Nowodewitschi-Kloster in Russland
An einer Biegung der Moskwa ca. 4 Kilometer südwestlich des Stadtzentrums von Moskau liegt das Nowodewitschi-Kloster, auch Neujungfrauenkloster genannt. Wörtlich aus dem russischen übersetzt heißt es Neujungfrauen-Gottesmutter-von-Smolensk-Frauenkloster. Im Jahre 1524 von dem Moskauer Großfürsten Wassili dem Dritten gegründet. 1611 wurde es nach mehrfacher Besetzung durch polnische Truppen von eben diesen niedergebrannt. Der Zar Alexei Michailowitsch baute das Kloster wieder auf. Nach der Verlegung der Hauptstadt von Moskau nach Sankt Petersburg 1712 verlor das Kloster enorm an Bedeutung. In den folgenden Jahren beherbergte es verschiedene soziale Einrichtungen, wie ein Militärhospital und ein Waisenhaus.
Von 1524 bis 1525 wurde der erste Teil der Klosteranlage erbaut, die Smolensker Kathedrale, eine Kreuzkuppelkirche mit sechs Säulen, fünf Kuppeln und drei Apsiden. Eine breite Galerie umgibt die Kathedrale, im 17. Jahrhundert wurden dann überdachte Treppenaufgänge angebaut. Desweiteren wurden mehrere Kirchen erbaut wie die Christi-Verklärungs-Torkirche oder die Mariä-Schutz-Torkirche. Auch Paläste gehen aus dieser Zeit hervor, wie der Lopuchin-Palast. Außerdem sind der 72 Meter hohe Glockenturm mit achteckigem Grundriß und das an die Maria-Entschlafens-Kathedrale anschließende Refektorium erwähnenswert. Im vorigen Jahrhundert wurde der Palast der Irina Godunowa erbaut, ebenso das Refektorium. Die Ambrosiuskirche wurde zu dieser Zeit mehrmals umgebaut. Zahlreiche Angehörige der Zarenfamilie und weitere angesehene Familien sind im Kloster beigesetzt, wie die Tochter Iwans des Schrecklichen und der Begründer der Rüstkammer im Kreml, Bojar B.M.Chitrowo. Im 19. Jahrhundert wurden dann auch nichtadelige, jedoch angesehene Persönlichkeiten beigesetzt, unter anderem General Brussilow und der Philosoph Wladimir Solowjow. Seit 1964 residiert der Metropolit von Krutizy und Kolomna im Neujungfrauenkloster. Ihm untersteht auch das 1994 wieder eingerichtete Frauenkloster.
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