Marienkirche in Danzig
Die größte Backsteinkirche der Welt ist die katholische Marienkirche in Danzig. Außerdem ist sie mit 105,5 Metern Länge und 66 Meter Breite eines der größten Gotteshäuser Europas. Bis zu 25.000 Menschen finden im Innenraum der Kirche Platz. 1343 begann der Bau der mittelalterlichen Kirche und wurde 1502 beendet. Jedoch ist schon in einer Urkunde des Herzogs Mestwins des Zweiten aus dem Jahr 1271die Rede von einer Marienkirche in Danzig. Allerdings ist umstritten, wo diese erste Marienkirche (wahrscheinliche Erbauung 1243) in Danzig stand. Nach schweren Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg waren 40 Prozent der Kunstschätze beschädigt.
Beim Wiederaufbau der Kirche wurde das Dach aus Stahlbeton gebaut, der Dachstuhl aus Stahl, somit wurde das Gewicht des Daches reduziert. 1956 war der Wiederaufbau abgeschlossen. Anfangs wurde wurde die Marienkirche sowohl von Katholiken als auch von Protestanten genutzt, später war sie der lutherischen Kirche vorbehalten. Der Barockdichter Martin Opitz von Boberfeld fand hier seine letzte Ruhestätte. 1473 schenkte der Schiffseigner Reinhold Niederhoff der Marienkirche das berühmte Triptychon „Das jüngste Gericht“ des Malers Hans Memling, dieses wurde von einem britischen Schiff erbeutet. Napoleon Bonaparte überbrachte das Triptychon dann in den Louvre nach Paris. Im 82 Meter hohen Turm der Kirche hängen nur zwei Glocken, die „Gratia Dei“ und die „Ave Maria“. Die „Gratia Dei“ ist mit einem Gewicht von 7850 Kilogramm die größere der beiden Glocken, die „Ave Maria“ Glocke wiegt 2600 Kilogramm. Ein Besuch der Marienkirche lohnt jedoch erst, wenn man auch den Turm besteigt. Nach 402 Stufen wird man mit einem sensationellen Blick über Danzig bis hin zur Ostsee belohnt.
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