Knapp 25 Kilometer nordöstlich von der ungarischen Hauptstadt Budapest gelegen befindet sich das Schloss Gödöllö, auch Schloss Getterle genannt. Die Stadt Gödöllö wurde im 14. Jahrhundert zum ersten Mal erwähnt, jedoch war sie zu diesem Zeitpunkt nur eine Bauernsiedlung. Erst vier Jahrhunderte später wurde Schloss Gödöllö für den Grafen Antal Grassalkovich erbaut und somit erlangte die Stadt Bekanntheit. Schon damals war das Schloss als höfische Residenz geplant, trotzdem wurde der Hauptflügel geschützt. Niedrige Bastionen in Richtung der Stadt, Gitter vor den Fenstern, Ecktürme. Die Erbauung des Schlosses begann 1735 und endete im Jahr 1759. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts war das Schloss dann die bevorzugte Residenz von Elisabeth ( Sissi), der Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn.

136 Wohnräume standen dem Königspaar zur Verfügung, 67 der Räume wurden von den Bediensteten genutzt. 1874 wurde das Schloss mit dem modernstem Komfort dieser Zeit ausgestattet, unter anderem einer Gasbeleuchtung. Ende des 19. Jahrhunderts kam dann das elektrische Licht sowie eine Heißluftheizung. Unter der sozialistischen Regierung Ungarns wurde das Schloß nach dem zweiten Weltkrieg extrem vernachlässigt und drohte zu verfallen. Seit 1996 wird es in Abschn itten restauriert und für Besucher zugänglich gemacht. Jährlich bestaunen mehr als 200.000 Menschen das Schloss. Das darin befindliche Schlossmuseum mit 30 Räumen erinnert an das Leben der Königin Elisabeth und die königliche Zeit Gödöllö´s. Auch dient das Schloss für Konzerte, Ausstellungen und Theateraufführungen. Auf Anfrage sind Feierlichkeiten und Konferenzen im Schloss möglich. Die Sanierung des Gebäudes ist bis heute nicht abgeschlossen. Sowohl die nördlichen Flügel als auch die Parkanlage sind stark restaurierungsbedürftig.