Höhlenkloster Kiew
Am hügelig aufragenden Westufer des Dnepr südlich des heutigen Stadtzentrums von Kiew liegt das Höhlenkloster Kiew, auch Heiliges-Maria-Himmelfahrt-Kloster genannt. Der Klosterkomplex, der von großen Mauern umgeben ist, teilt sich in zwei Bereiche: die obere und die untere Lawra. Eine Vielzahl von Klöstern, Museen, Kirchen und auch die Mönchshöhlen sind in der oberen und unteren Lawra zu finden. Den Namen bekam das Höhlenkloster aufgrund der ausgedehnten, künstlich geschaffenen Höhlen. Mönche versuchten und versuchen hier, sich durch Gebete Gott zu nähern.
In den langen Höhlengängen sind in gewissen Abständen kleine Mönchszellen und unterirdische Kirchen zu finden. Ebenso wurden die Höhlen als Bestattungsort für die verstorbenen Mönche genutzt. Teilweise ist das Höhlensystem heute für Touristen zugänglich und wird in zwei Bereiche unterteilt: die nahen Höhlen, die vom oberen Teil der Lawra zugänglich sind und die fernen Höhlen, die vom unteren Teil der Lawra zugänglich sind. Anfang des 12. Jahrhunderts wurde das Höhlenkloster zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Laut Aufzeichnungen ließ sich 1013 der Einsielder Antonij aus Ljubetsch am Ufer des Dnepr in den Waräger-Höhlen nieder. 1051 gründete er gemeinsam mit dem Mönch Feodosij ein orthodoxes Kloster. Ende des 11. Jahrhunderts dann der erste Bau der Maria-Himmelfahrt-Kathedrale. Im Jahr 1688 wurde dem Kloster der Ehrentitel einer Lawra verliehen. Nur wenige Klöster erhielten diese Auszeichnung.
Nachdem das Höhlenkloster im Jahr 1926 unter der Sowjetmacht in ein staatliches Museumsreservat umgewandelt wurde, wurde es drei Jahre später geschlossen. Während des zweiten Weltkriegs wurde die Maria-Himmelfahrt-Kathedrale 1941 aus ungeklärten Gründen gesprengt. 47 Jahre später wurde das Mönchsleben im Kloster wiederbelebt. Die Maria-Himmelfahrt-Kathedrale wurde von 1998 bis 2000 wiederaufgebaut.
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